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Somatic Experiencing in München-Schwabing und Berlin-Kreuzberg 

Symptome - Somatic Experiencing

Psychologische Symptome

  • Flashbacks und Albträume
    Sie erleben das Ereignis wieder und wieder. Diese Flashbacks können äußerst realistisch sein mit all den Emotionen, Schweißausbrüchen und Geräuschen von damals. Unwesentliche Dinge im Alltag können einen Flashback auslösen. Wenn Sie zum Beispiel einen Autounfall bei Regen im Herbst hatten, so können schon Regentropfen oder fallende Blätter einen Flashback bewirken.

  • Vermeidungsverhalten & Taubheit
    Das Erlebnis kann so schmerzhaft oder aufwühlend sein, dass Sie jeder Erinnerung daran aus dem Weg gehen. Sie versuchen sich abzulenken, vielleicht durch ein Hobby, durch zu viel Arbeit oder indem Sie Ihre Zeit mit Kreuzworträtseln verbringen. Sie vermeiden Plätze, Situationen und Menschen, die Sie daran erinnern. Sie versuchen, mit Ihren Gefühlen klar zu kommen, indem Sie gar nichts mehr fühlen. Sie werden emotional taub. Sie kommunizieren weniger mit Menschen. Diese empfinden dann das Zusammenleben oder Zusammenarbeiten mit Ihnen als anstrengend.

  • Überhöhte Wachsamkeit
    Sie sind dauernd auf der Hut. Sie können nicht entspannen, Sie schlafen schlecht und Ihre Mitmenschen empfinden Sie als sprunghaft, reaktionsschnell und leicht irritierbar. Sie selbst wissen nicht, warum das so ist.

  • Gefühle von Panik und Angst
    Sie bemerken, dass bestimmte Trigger angstvolle Gefühle oder Panik auslösen. Diese Trigger können zum Beispiel Schneeflocken sein, wenn der Unfall im Winter bei Schneetreiben stattfand. Diese Gefühle können subtil über den Tag verteilt auftreten oder Sie auch einmal massiv überschwemmen. Sie wissen nur, dass das früher nicht so war.

  • Depressionen
    Ihre Niedergeschlagenheit steht vielleicht in direktem Zusammenhang mit einem traumatischen Erlebnis (Schock-Trauma). Eventuell entdecken Sie während der Therapie, dass die Ursache in Ihrer Kindheit (Komplexes Trauma) liegt. Ein vor Kurzem eingetretenes Schock-Trauma kann auch ein bislang noch schlafendes Kindheitstrauma aktivieren und Sie in eine tiefe Depression stürzen.

  • Gefahrensituation
    Sie fühlen sich von gefährlichen Situationen oder Menschen angezogen. Sie können dann nicht nein sagen oder sich der Situation entziehen.

  • Emotionsschwankungen
    Ihre Handlungen und Reaktionen sind impulsiv und teilweise übertrieben. Wegen Lappalien regen Sie sich auf oder werden sehr aggressiv oder geraten in tiefe Hilflosigkeit oder Teilnahmslosigkeit. Ihre Emotionen schießen hoch und Sie haben vermutlich Probleme mit ihrer Kontrolle. Diese Stimmungsschwankungen sind anstrengend. Sie haben das Gefühl, unfreiwillig in einer emotionalen Achterbahn zu sitzen, und wissen nie, was als Nächstes kommt.

  • Schlafprobleme
    Sie haben Albträume. Sie wachen nachts mit „Alarm“ auf. Ihr Schlaf ist nicht erholsam. Dementsprechend sind Sie am Tag übermüdet. Das frisst Energie.

  • Konzentrationsprobleme
    Sie sind abgelenkt oder geistig abwesend, schalten bei jeder Gelegenheit ab, haben Konzentrationsprobleme, können nicht klar denken, haben Entscheidungsschwierigkeiten oder Orientierungsprobleme, haben keinen Plan, verlieren schnell die Übersicht, sind vergesslich, verlegen Dinge oder stoßen sich an Möbeln.

  • Überforderung
    Sie fühlen sich konstant überfordert. Es ist Ihnen einfach alles zu viel. Das kann zu Scham, Wut, Depression oder dem Gefühl führen, extrem schwache Nerven zu haben.
  • Kontaktprobleme
    Ihre Mitmenschen empfinden das Zusammenleben oder Zusammenarbeiten mit Ihnen als anstrengend. Sie selbst haben Kontaktprobleme, können sich schlecht einbringen, erhalten nicht das Feedback, das Sie sich wünschen, empfinden es als schwierig, die Zuneigung und Liebe von anderen zu empfangen. Die dauernde Beschäftigung mit den eigenen unerklärlichen Befindlichkeiten und Symptomen hindert Sie daran, Kontakte offen einzugehen und diese dann zu halten.

Physiologische Symptome

  • Verspannungen und Schmerzen in der Beugemuskulatur
    Kampf-, Flucht- und Totstellreflexe aktivieren die Beugemuskulatur. Wenn die bereitgestellte  Überlebensenergie nicht abgebaut wird, treten Verspannungen und Schmerzen auf. – Die Beugemuskeln sind jene Muskeln, die Sie benutzen, wenn Sie sich zu einer Kugel zusammenziehen oder wenn Sie die Haltung eines Boxers oder einer wütenden, fauchenden Katze mit Katzenbuckel einnehmen. Dazu gehören die tiefen Becken- und Bauchmuskeln sowie die Brust-, Kiefer- und Nackenmuskeln, außerdem die Beugemuskeln der Arme und Beine.

  • Kopfschmerzen
    Wenn Sie die Beugemuskulatur anspannen, so sind die Nackenmuskeln davon betroffen. Das behindert den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Folglich sind Sie anfällig für Kopfschmerzen oder Migräne.

  • Orientierungsprobleme
    Sie können sich schlecht im Strassenverkehr zu orientieren. Im Haus verlegen Sie immer wieder Dinge. Insgesamt verlieren schnell den Überlick und wissen nicht mehr wo es lang geht.

  • Durchfall
    Wenn Säugetiere kämpfen oder fliehen, wird die Verdauung gestoppt und der Darm entleert. Deshalb haben viele Menschen vor einer Prüfungssituation Durchfall oder müssen kurz vorher auf die Toilette. Nach einem Schock-Trauma kann dieser Mechanismus nicht abgeschaltet werden. Das äußert sich dann in chronischem oder wechselndem Durchfall und Magenbeschwerden. Gelegentlich wird dann ein „Reizdarm“ diagnostiziert.

  • Unregelmäßiger Herzschlag
    Ihnen fallen ungewöhnliche Herzaktionen auf. Diese werden als zu schnell, angestrengt, zu kräftig oder unregelmäßig wahrgenommen. Ihr Kardiologe kann dafür jedoch keine Ursache feststellen.

  • Übermäßiger Alkoholgenuss
    Alkohol entspannt und lässt Sie kurzfristig Ihre „unlösbaren“ Probleme vergessen. Dies ist kein Suchtverhalten, sondern eher eine Selbstmedikation. Sie kann aber später in Sucht umschlagen.

  • Drogen inklusive Schmerz- oder Beruhigungsmitteln
    Um Ihren Alltag durchzustehen und funktionsfähig zu bleiben, nehmen Sie regelmäßig Medikamente wie z.B. Beruhigungsmittel, Aufputschmittel, Stimmungsaufheller, Schlafmittel, Schmerzmittel oder Muskelrelaxantien. Eventuell greifen Sie auch zu illegalen Drogen.

  • Taubheitsgefühle
    Sie spüren Teile Ihres Körpers nicht oder haben Taubheitsgefühle in bestimmten Körperregionen. Neurologisch lässt sich jedoch nichts feststellen.

  • Empfindlichkeiten
    Sie reagieren empfindlich auf Licht, Geräusche, Gerüche oder Berührungen der Haut.

  • Erschöpfung
    Sie geraten immer wieder in Erschöpfungszustände oder sind konstant körperlich und psychisch erschöpft. Dementsprechend arbeiten und leben Sie dauernd an Ihrer Leistungsgrenze. Sie fühlen sich ausgelaugt. Ihnen ist alles zuviel.

  • Leistungsbereitschaft
    Sie haben das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Ihnen steht viel zu viel Energie zur Verfügung. Sie wissen nicht, wohin damit. Dadurch überschreiten Sie schnell Ihr körperliches Limit. Das wechselt mit Erschöpfungszuständen ab. 

  • etc.
    Diese Liste ist nicht vollständig.

Syndrome

Folgende Syndrome werden mit Traumata assoziiert:

Diagnose

Klingen die Symptome nach dem Schockereignis innerhalb von sechs Wochen ab, so handelt es sich um eine normale Anpassungsreaktion ohne Trauma. Bestehen die Symptome länger als sechs Wochen, handelt es sich wahrscheinlich um ein Trauma.

  • Grundsätzlich gilt: Je intensiver der Schock, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Traumas. Doch schon ein unbedeutender Blechschaden am Auto kann ein Trauma verursachen.
  • Die Symptome treten unmittelbar nach der Schocksituation oder erst mit bis zu 18 Monaten Verzögerung auf.
  • Die Symptome stellen sich schleichend ein und können über Jahre fortbestehen.
  • Sie selbst erkennen den Zusammenhang zwischen den Symptomen nicht oder nur unvollständig.
  • Die Symptome sind teilweise bizarr, sehr individuell und für Sie schwer einzuordnen.
  • Ihre Mitmenschen bemerken in der Regel nicht, was in Ihnen vorgeht.


„Trauma is perhaps the most avoided, ignored, belittled, denied, misunderstood, and untreated cause of human suffering. Although it is the source of tremendous distress and dysfunction, it is not an ailment or a disease, but the byproduct of an instinctively instigated, altered state of consciousness. We enter this altered state, let us call it survival mode, when we perceive that our lives are being threatened. If we are overwhelmed by the threat and are unable to successfully defend ourselves, we can become stuck in survival mode. This highly aroused state is designed solely to enable short-term defensive actions; but left untreated over time, it begins to form the symptoms of trauma.“
Peter A. Levine, Waking the Tiger