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Was ist Bodywork?

Definition

Bodywork ist ein übergeordneter Sammelbegriff ähnlich wie „Bäume“ oder „Fische“ oder „Arbeit“. Er bezeichnet ganz allgemein die Arbeit mit dem menschlichen Körper. Mit Bodywork können Sie Ihren Körper so beeinflussen, dass sich Blockaden, Verspannungen, Widerstände und Energiestaus im Faszien-, Muskel- und Nervensystem auflösen. Dadurch verändern sich Ihre äußere und innere Haltung, Ihre Wahrnehmung und Ihre Bewegungen. Sie können Bodywork zusammen mit einem Therapeuten, gemeinsam mit einem Lehrer oder Coach oder auch alleine praktizieren. Bodywork lässt sich in zwei große Bereiche unterteilen.

  • Hands-off Bodywork: Hier wird Ihr Körper vom Therapeuten, Lehrer oder Trainer nur sehr wenig oder gar nicht berührt,
    z.B. bei Yoga + Tai-Chi + Qigong + Sport + Somatic Experiencing + Tension Releasing Exercises
  • Hands-on Bodywork: Hier wird Ihr Körper durch den Therapeuten oft berührt,
    z.B. bei Massage + Physiotherapie + Osteopathie + Chiropraktik + Rolfing

Was bewirkt Bodywork?

Bodywork nimmt den Sand aus dem Getriebe. Der Schmerz lässt nach, die Symptome hören auf und Ihr Körper funktioniert wieder normaler. Sie spüren einen deutlichen Energiezuwachs. Ihre Bewegungen werden fließend, Ihre Wahrnehmung, die innere und äußere Balance, Ihre Stresstoleranz, Resilienz und Gelassenheit in Bezug auf die Welt und zu sich selbst nehmen zu. Es stellt sich ein Gefühl von körperlicher Balance und innerer Ausgeglichenheit ein.

Wie kann Bodywork mir helfen?

  • Bodywork hilft mit manuellen Techniken dem Körper, sich nach einem Unfall, einer Verletzung oder Operation schneller zu regenerieren.
  • Bodywork hilft, strapazierte Nerven nach einer Tragödie, einem Burnout oder einem Schicksalsschlag zu beruhigen.
  • Bodywork hilft Ihrem Nervensystem, die Folgen z.B. eines Schock-Traumas, eines Autounfalls oder einer Operation zu bewältigen.
  • Bodywork löst chronische Verspannungen, die durch Fehlhaltung, Dauerstress oder einseitige Belastungen entstanden sind.
  • Bodywork optimiert die Funktionen des Körpers vor einem Wettkampf, einem Bühnenauftritt oder einer Prüfung.

Der Ursprung

Der Begriff „Bodywork“ (dt. Körperarbeit) stammt aus der Selbsterfahrungsbewegung der 60er, 70er und 80er Jahre. Pioniere wie Alexander Lowen, Dr. Ida Rolf und Dr. Milton Trager prägten den Begriff „Bodywork“, um manuelle Techniken und Methoden zu beschreiben, die direkt mit dem menschlichen Körper arbeiten.

In den wilden 60er Jahren wurde Wilhelm Reich als Idol verehrt. Seine Vegeto-Therapie aus den 40er Jahren wurde aufgegriffen und fand weite Verbreitung in den Schulen von Bioenergetik, Rebalancing, Encounter etc., weshalb Reich als der Begründer der „Body Psychotherapy“ (dt. Körperpsychotherapie, Synonym: Körpertherapie) und des „Bodywork“ (dt. Körperarbeit) betrachtet wird. In Form einer „Revolution von unten“ lieferten diese Schulen Antworten und Konzepte auf drängende Fragen der Zeit. Sie förderten die Bereitschaft der Menschen, an der eigenen körperlichen und seelischen Entwicklung zu arbeiten, und beeinflussen nachhaltig die professionelle psychotherapeutische Praxis bis heute.

Bei all diesen vielen verschiedenen Methoden, die den Begriff „Bodywork“ verwenden, geht es immer darum, den menschlichen Körper so zu beeinflussen, dass er sich entspannt bewegen kann. Die entspannte, kraftvolle und harmonische Bewegung ist ein Zeichen für eine gesunde Körperfunktion und für innere Ausgeglichenheit. Eine ausführliche Übersicht und Beschreibung der verschiedenen Bodywork-Methoden finden Sie unter Bodywork by Dr. Wieder.

Bewegungskunst im Bodywork

Heute verwendet eine Vielzahl von Disziplinen, die direkt mit dem menschlichen Körper arbeiten, den Begriff „Bodywork“, um ihre Arbeit zu beschreiben. In den Bereichen Yoga, Qigong und Tai-Chi wird er so verwendet, dass sich der Körper kraftvoll, elegant und integriert bewegen und so sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Ziel ist es, die Bewegung nicht zu kontrollieren, sondern sie von innen heraus mit möglichst wenig innerem Widerstand geschehen zu lassen. Dies geschieht, indem man mit dem Energiefluss, dem Chi, arbeitet.

Energetisches oder Fließendes im Bodywork

Bei den Massagen wie Esaleen Bodywork, Kahuna Bodywork, LaStone Therapy, Marmapunkt-Massage, der Tibetischen Massage und der Thai-Yoga-Massage wird das Gewebe und manchmal auch der gesamte Körper passiv von einer zweiten Person, dem Gebenden, bewegt. Der Fokus ist nicht wie bei der klassischen Massage auf die Verspannungen und Schmerzen des Klienten gerichtet, sondern darauf, das Chi in Bewegung zu bringen und es zu harmonisieren. Diese Formen des Bodywork betrachten den Körper als ein Ganzes mit einer ihm eigenen Intelligenz. Wird durch solch eine Massage sein Chi in Bewegung gebracht, ist der Körper in der Lage, sich auf einem ausgeglicheneren, höheren Niveau neu zu organisieren und so zu gesunden.

Integratives Bodywork

Die in den letzten 50 Jahren entwickelten Ansätze wie Rolfing, Chiropraktik, Osteopathie, Alexander-Technik und Trigger Point zeigen das traditionelle Feld der Begriffe „Bodywork“ und „Körperarbeit“. Ihr Ziel ist es, im Körpergewebe gespeicherte Verhaltensmuster und tief sitzende Anspannungen aufzulösen. Dabei wird auch das Nervensystem miteinbezogen, um so eine Veränderung – also eine innere Bewegung – im Körper zu ermöglichen, die ihn in die Balance zurückbringt. Dadurch kann er seine „Panzerung“ loslassen und sich frei und ohne innere Widerstände bewegen.

Diese Therapien kombinieren eine relativ ruhige Phase, in der das Fasziengewebe des Klienten bearbeitet und ausgerichtet wird, mit einer mehr aktiven Phase, in der der Klient im Sitzen, Stehen und Gehen die verbesserte körperliche Ausrichtung praktiziert. Einige dieser Bodywork-Therapien wie Rolfing und Osteopathie arbeiten sogar gezielt daran, Überbeanspruchungen, Überlastungen und Verschleiß vorzubeugen oder zu heilen. Typischerweise treten sie bei Tätigkeiten auf, bei denen der Körper intensiv genutzt wird: bei Tänzern, Musikern, Sportlern oder Handwerkern. Die Therapien eignen sich auch ganz hervorragend dazu, chronische Rückenschmerzen und Nackenschmerzen sowie viele andere solcher Leiden zu behandeln.

Den Fokus auf das Potenzial des Klienten gerichtet

Obwohl Bodywork-Therapeuten die psychischen Probleme ihrer Klienten in der Regel nicht ansprechen, ist ihnen der Zusammenhang zwischen Verspannungen und Energieblockaden und deren Bezug zu emotionalen und psychischen Aspekten sehr wohl bewusst. Die Aufmerksamkeit der Bodyworker richtet sich jedoch nicht auf die psychischen Schwächen und Probleme des Klienten, sondern es geht ihnen darum, einen sicheren Raum für den Klienten und seinen Körper zu öffnen und offen zu halten, in dem dieser sein Potenzial entdecken, erkunden und erproben kann.

Die Sprache des Körpers verstehen lernen

Mir persönlich gefällt Bodywork deshalb so gut, weil die Veränderung nicht im Kopf und nicht im Denken stattfindet. Die Veränderung geschieht im Körper. Dort ist sie direkt spürbar, wahrnehmbar und als Prozess des Loslassens erfahrbar. Diese Arbeit ist sehr direkt. Man kann dem Körper nichts vormachen und er belügt uns nicht. Er meldet sehr schnell zurück, ob der Ansatz richtig ist oder nicht. Jeder Fortschritt ist sofort sinnlich und meist angenehm spürbar.

Bodywork hilft uns, die Sprache unseres Körpers zu verstehen. Denn unser Körper sagt uns sehr präzise, wenn wir es übertreiben, weil wir uns zu sehr „pushen“, was wir durch einseitigen Lebenswandel vernachlässigen, wo wir hängen geblieben sind, wo sich schlechte Gewohnheiten eingeschlichen haben oder wo wir etwas festhalten und es schlicht wehtut. Da wir Menschen jedoch häufig eine verzerrte Selbstwahrnehmung mit blinden Flecken haben, benötigen wir die gelegentliche hilfreiche Präsenz eines Therapeuten, Lehrers oder Trainers, damit wir uns selbst besser erkennen und die Signale unseres Körpers besser verstehen lernen.

Wenn wir lernen hinzuhören, werden wir entdecken, dass unser Körper uns mit Nachrichten versorgt, die uns sagen, wann wir unausgeglichen sind oder was mit unserer Haltung nicht stimmig ist. Wenn wir diese Signale verstehen lernen, helfen sie uns dabei, uns im Fluss unseres Alltagslebens immer wieder neu auszurichten.